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Schwedische Fischer, die erhöhte Konzentration von Organochloriden (persistent organochlorine pollutants, POP) im Blut haben, erkranken häufiger an einem Typ-2-Diabetes mellitus. Dies ergab eine Querschnittsstudie in Environmental Health (2005, 4: 28 doi:10.1186/1476-069X-4-28).
POP, zu denen die polychlorierte Biphenyle (PCB), aber auch das Insektizid DDT, gehören, können in Tierexperimenten die Glucoseaufnahme in die Zellen behindern und so einen Typ-2-Diabetes mellitus begünstigen. Nach Auskunft von Lars Rylander und Mitarbeitern der Universität Lund gibt es bereits mehrere epidemiologische Studien, die auch auf eine Gefährdung für den Menschen hinweisen. Zum Personenkreis mit einer hohen Exposition zählen die Ostsee-Fischer, bei denen Fisch zu den Hauptnahrungsmitteln gehört.
Die Ostsee ist besonders belastet mit POP, die sich in dem vergleichsweise niedrigen Gewässer mit einem geringen Austausch mit der Nordsee besonders leicht anreichern. Die niedrigen Wassertemperaturen führen dazu, dass die POP nur langsam abgebaut werden und sich deshalb umso schneller in der Nahrungskette anreichern, wo sie über den Fischverzehr zuletzt den Menschen erreichen.
Die Gruppe um Rylander hat bei 196 Fischern und 184 Ehefrauen, die Konzentration von zwei Abbauprodukten (CB-153 und DDE) im Blut bestimmt und die Werte mit der Häufigkeit und Dauer der Diabeteserkrankungen verglichen. Es stellte sich eine schwache, aber statistisch signifikante Assoziation heraus. Ein Anstieg der CB-153-Konzentration um 100 ng/g Lipidgehalt des Serums korrelierte mit einem um 16 Prozent erhöhten Diabetesrisiko (Odds Ratio 1,16: 95-Prozent-Konfidenzintervall 1,03-1.32). Für den gleichen Anstieg von DDE wurde eine Zunahme des Diabetesrisikos um fünf Prozent (Odds Ratio 1,05: 1,01-1,09) gefunden.
Diese Zahlen sprechen keineswegs gegen den Genuss von Ostseefischen, zumal Fische wegen ihres hohen Gehalts an Omega-Fettsäuren zu den von Präventivmedizinern empfohlenen Nahrungsmitteln gehören. Andererseits bestätigt die Studie, dass eine prinzipielle Gefährdung der Gesundheit durch POP auch in diesem Bereich nicht völlig von der Hand zu weisen ist. |