Selbständigkeit: Ladengeschäft oder Homestudio?


Für viele Interessierte auf dem Weg zur Selbständigkeit in der Beauty & Wellness Branche stellt sich irgendwann diese Frage. Und leider wird sie oft zu schnell mit dem Argument der “Professionalität” zugunsten eines Ladengeschäftes beantwortet, ohne sich über die Vorteile eines Homestudios – im Klaren zu sein.

Der erste Gedanke zu diesem Thema ist: “Ich muss doch ein Ladengeschäft haben, damit die Kunden zu mir kommen!”

Lassen Sie alles beiseite, was Ihnen intuitiv in den Kopf kommt und beantworten Sie folgende Fragen offen für sich:

  • Woher habe ich diese Einstellung? Kommt sie aus mir oder spiegelt sie tatsächlich die Erwartungen meiner zukünftigen Stammkunden wider?
  • Warum sollen meine zukünftigen Stammkunden zu mir kommen? Weil ich ein schönes Ladengeschäft habe oder weil sie mich als kompetente Ansprechpartnerin sehen?

Ein attraktives Ladengeschäft kann fehlendes Können mit Äußerlichkeiten überspielen, dies wird aber nicht von Dauer sein. Fehlende Erfahrung – gerade am Anfang – kann es nicht ersetzen. Seien Sie stattdessen offen: Ihre Kunden werden es verstehen, wenn Sie ihnen erklären, dass Sie sich gerade in der Ausbildung befinden oder diese vor Kurzem abgeschlossen haben.

Der Zweck eines Ladengeschäftes ist es, Laufkundschaft anzuziehen. Dies wird aber nur dann funktionieren, wenn sich Ihr Ladengeschäft in einer hervorragenden Lage befindet, und nicht in einer Seitenstraße. Des Weiteren müssen Sie sich von den Mitbewerbern deutlich abheben. Beides erfordert einen nicht unerheblichen finanziellen Aufwand, der gerade in den ersten zwei Jahren nach der Neugründung sehr schnell das Aus bedeuten kann. Wenn Sie an der Lage oder der Ausstattung sparen, haben Sie verloren!

Stellen Sie sich vor, Sie sind Stammkundin bei einer Kosmetikerin. Drei- oder viermal im Jahr haben Sie dort einen Termin. Worauf kommt es Ihnen dabei an? Dass das Ladengeschäft der Kosmetikerin in einer hervorragenden Lage angesiedelt ist, oder dass Sie sich bei ihr wohlfühlen? Dass Sie das Gefühl haben, mit ihrem Geld die Lage des Geschäftes mitzufinanzieren oder dass das Preis-/Leistungsverhältnis angemessen ist?

Wie würden Sie sich fühlen, wenn die Kosmetikerin während Ihrer Behandlung dauernd auf die Uhr sehen würde, weil sie pro Tag eine bestimmte Anzahl an Kundinnen durchschleusen muss, damit sie die Miete für das Ladengeschäft hereinholt? Würden Sie die Intimität eines schön eingerichteten Homestudios dem nicht vorziehen?

Für ihre Stammkunden benötigen Sie kein Ladengeschäft!

Sie werden als Kosmetikerin nur dann erfolgreich, wenn Sie es schaffen, genügend Stammkunden für den Ausgleich der monatlichen Fixkosten und Ihren eigenen Unterhalt  zu generieren. Je höher die Fixkosten, desto mehr Stammkunden benötigen Sie. An Ihrem eigenen Unterhalt können Sie sparen, Ihr Vermieter wird aber nicht auf sein Geld verzichten! Also sollten Sie versuchen, diese Fixkosten so gering wie möglich zu halten.

Eine sehr einfache Methode, diese – im Vergleich zu einem Ladengeschäft – gegen Null zu drücken, ist ein Homestudio. Dazu benötigen Sie im Extremfall noch nicht einmal einen separaten Raum. Mit einem ausgeklügelten Konzept und den passenden Rahmenbedingungen können Sie sich die Last überhöhter monatlicher Fixkosten sparen!

Gerade bei einem zweitberuflichen Start in die Selbständigkeit kann dies den Ausschlag zwischen Niederlage und Erfolg geben.

In unserem Team hat z.B. nur eine einzige In-Vita-Point-Leiterin ein Ladengeschäft, alle anderen haben sich ein individuelles Homestudio eingerichtet, in dem sie ihre Stammkunden empfangen.