Motivation für Existenzgründer – Teil 3

Als Motive für eine Unternehmensgründung wird meist „der eigene Chef sein“, „freie Zeiteinteilung“ oder auch „Selbstverwirklichung“ genannt. „Erfolg“ und „reich werden“ rangiert in der Liste möglicher Gründe weiter hinten.

Sie sollten sich jedoch sicher sein, dass Ihre Motivation andauert und nicht nach wenigen Wochen oder Monaten bereits wieder abflaut. Sie sollten wissen, aus welchem Grund Sie motiviert sind: Sind Sie motiviert, weil Sie es wollen oder weil andere es wollen?

Dazu unterscheidet man zwischen folgenden Motivationsarten:

Intrinsische Motivation und extrinsische Motivation

Dies sind zwei grässliche Worte, deren Bedeutung Sie jedoch schnell verstehen: Eine intrinsische Motivation liegt dann vor, wenn Sie eine Handlung „wegen Ihrer selbst willen“ durchführen, ohne externe Belohnung. Sie fungiert selbst als Belohnung und kann sich auf Tätigkeiten oder „Gegenstände“ beziehen (z.B. in der Freizeit ein interessantes Buch lesen).

Wenn man eine Tätigkeit wegen der zu erwartenden Folgen durchführt, dann handelt es sich um eine extrinsische Motivation (z.B. ein Schulbuch lesen). Sie kann aus Ihnen selbst oder von anderen Personen (extern) kommen.

Ein Beispiel?

Nehmen wir an, Ihr Chef möchte Sie dazu bringen (zu motivieren), dass Sie nächsten Monat mehr arbeiten und bietet Ihnen dafür eine Sonderzulage an. In diesem Fall kommt die Motivation von außen (Geld von Ihrem Chef) = extrinsisch. Wenn Sie länger arbeiten möchten, um sich mehr Wissen anzueignen, dann kommt die Motivation aus Ihnen selbst = intrinsisch.

Raten Sie mal, welche Motivation länger anhält?

An das Geld vom Chef haben Sie sich schnell gewöhnt. Im Gegenteil: Sie sehen diese Konstellation bald als Zwang an, mehr arbeiten zu müssen, denn wenn Sie das nicht mehr tun, würden Sie ja weniger Geld bekommen! Und dann könnten Sie vielleicht die Raten für die neue Waschmaschine nicht mehr bezahlen.  Sie sind also nur kurz motiviert und lange demotiviert.

Im zweiten Beispiel stellen Sie nach ein paar Wochen fest, dass Sie sich durch die freiwillige Mehrarbeit zusätzliches Wissen angeeignet haben, welches Ihnen beruflich weiterhelfen kann. Sie sind also weiterhin motiviert, länger zu arbeiten. Kleiner Nebeneffekt: Sie werden wahrscheinlich mehr Geld erhalten.

Motivation für Veränderung

Motivation benötigen Sie immer dann, wenn Sie etwas verändern möchten. Eine intrinsische Motivation, die aus Ihnen selbst kommt hat daher nicht nur die Eigenschaft, dass sie mit einem Nutzen für Sie verbunden ist, sondern dass sie sich mit Ihren eigenen Zielen deckt.

Sie sehen, das Ergebnis ist das Gleiche: Mehr Arbeit und mehr Geld. Lediglich die Stimmung, mit der Sie zur Arbeit gehen, ist unterschiedlich.

Dies ist eine Situation, mit der Sie als zukünftiger Unternehmer eventuell öfter zu kämpfen haben: Mitarbeiter, die ihre Arbeit erledigen, weil sie es müssen, und nicht, weil sie es wollen. Um zu lernen, wie Sie solche Mitarbeiter motivieren können, müssen Sie zuerst sich selbst motivieren können, denn: Wie können Sie andere motivieren, wenn Sie sich nicht mal selbst motivieren können?

Fremdmotivation oder Selbstmotivation?

Wenn Sie bewusst aus einer Fremdmotivation eine Selbstmotivation machen, also die Motivation transformieren, ziehen Sie immer einen Nutzen aus einer Veränderung. Dies erreichen Sie, indem Sie Ihre persönliche Einstellung ändern und sich eine positive(re) Sichtweise auf Veränderungen aneignen.